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Übersichtliche Darstellung aller Daten

Digitaler Mutterpass Schweiz

DOI: https://doi.org/10.4414/smi.32.00360
Publication Date: 21.10.2016

Sabine Martin, Michel Murbach, Stephan Nüssli

Bern University of Applied Sciences, Bern, Switzerland

Summary

Die Analyse des Dokumentationsworkflows in der Schwangerschaft diente als Grundlage für die Festlegung eines Mutterpass-Datensatzes. Dieser wird nach der Dokumentation im Praxisinformationssystem (PIS) im Schweiz-spezifischen Austauschformat SMEEX (swiss medical data exchange) extrahiert und in einer Datenbank abgelegt. Die entwickelten Prototypen einer Web- und einer mobilen Applikation zeigen die Nutzungsmöglichkeiten des digitalen Mutterpasses für Schwangere und Behandelnde.

Key words: digitaler Mutterpass, SMEEX, Gynäkologie

Einleitung

In der Schwangerschaft werden vielfältige Daten erfasst. Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen bei der Gynäkologin oder Hebamme werden, je nach Bedarf, durch Ultraschall-Untersuchungen, pränatale Tests und weitere Ergebnisse ergänzt [1].

Die wesentlichen Daten werden im Mutterpass zusammengefasst, der zur institutionsübergreifenden Kommunikation und zum Datenaustausch dient. Hier werden ab Feststellung der Schwangerschaft Informationen zur werdenden Mutter und ihrem Kind eingetragen, die auch in Notfallsituationen wichtig sind.

Da die papierbasierte Version Nachteile wie eine schlechte Verfügbarkeit mit sich bringt, wurde im Rahmen dieser Bachelor-Arbeit ein Konzept für den digitalen Mutterpass entwickelt. Dadurch wird die Verfügbarkeit verbessert und der Aufwand für Behandelnde verringert [2].

Zur Transformation der Daten aus dem PIS wurde das Austauschformat SMEEX verwendet [3].

Resultate

Der Datensatz besteht aus den Kategorien Personalien, pränatale Diagnostik, Serologien, Verlauf, Medikamente und Impfungen, Schwangerschaftsuntersuchungen und Ultraschall. Die Erstellung des Mutterpasses läuft in folgenden Teilschritten ab:

1. SMEEX-Extraktion: die Krankengeschichte der Schwangeren wird als .smeex-File (Zip-Format) gespeichert;

2. Upload des Mutterpasses auf der Webseite;

3. Ablegen der Mutterpassdaten in der Datenbank;

4. Abrufen der Daten und Anzeigen des Mutterpasses auf der Webseite oder der mobilen Applikation.

Die Prüfung der Akzeptanz der App erfolgte durch Befragung von 27 Schwangeren; es zeigte sich sehr grosses Interesse.

Diskussion

Das Interesse an der Arbeit und die positiven Rückmeldungen bei der Befragung zeigen, dass der Mutterpass gerade für Schwangere von grosser Bedeutung ist [4]. Die übersichtliche Darstellung aller persönlichen Daten in einer App bietet einen grossen Vorteil gegenüber dem papierbasierten Mutterpass. Zudem werden auch für Gynäkologen Aufwand und Fehleranfälligkeit verringert, da die Daten nicht von Hand übertragen werden müssen.

Voraussetzung dafür ist eine strukturierte und standardisierte Datenerfassung. Das Konzept zur Extraktion der benötigten Daten aus dem PIS muss in einer weiterführenden Analyse ausgearbeitet werden. Ebenfalls ist zu prüfen, wie sich der digitale Mutterpass mit dem elektronischen Patientendossier verknüpfen lässt.

Disclosure statement

No potential conflict of interest relevant to this article was reported.

Correspondence

Korrespondenz:

Michel Arthur Murbach
Abt. Medizininformatik
Berner Fachhochschule
Höhenweg 80
CH-2502 Biel
michel.murbach[at]gmail.com

Referenzen

1 Inselspital Bern, Universitätsklinik für Frauenheilkunde. Ziele und Inhalte der Schwangerschaftsvorsorge. [Online]. [cited 2016 Mai 31]. Available from: HYPERLINK «http://www.frauenheilkunde.insel.ch/de/unser-angebot/schwangerschaft/medizinische-informationen/optimale-anzahl-schwangerenvorsorgekontrollen/»

2 Zimmermann R, Blöchlinger-Wegmann B, Kurmanavicius J. Der elektronische Mutterpass. Der Gynäkologe. 2006 April: S. 278–82.

3 Amherd P. SMEEX, der Standard, damit eHealth durchgehend klappt. clinicum. 2015 Juni: S. 52–4.

4 Forster M, Dennison K, Callen J, et al. Maternity patients’ access to their electronic medical records: use and perspectives of a patient portal. Health Information Management Journal. 2015: S. 4–11.

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